Keine Angst vorm Expertentum!

Immer wieder erlebe ich es, dass Kunden zu mir sagen: „Na ja, als Experte würde ich mich jetzt nicht gerade bezeichnen. Das traue ich mich gar nicht“ oder „Als Experte bin ich so eingeschränkt auf ein Thema, da finde ich bestimmt zu wenig Kunden.“ Das sind beides Sätze, die von einer tief sitzenden Angst zeugen, nicht gut genug zu sein oder aber auch, dass Expertentum einem zum Nachteil gereichen könnte, weil es eine Spezialisierung erfordert.

Meine Antwort darauf ist immer die selbe: „Sei endlich weniger selbstperfektionistisch und besinn Dich auf das, was Du am besten kannst und wofür Du brennst. Dann wirst Du ganz automatisch zum Experten und wirst auch die entsprechenden Kunden anziehen.“

In diesem Beitrag erfährst Du, was Dich zum Experten macht, wie Du Dich als Experte am Markt positionieren und profilieren kannst und so zum Anziehungspunkt für Deine Kunden wirst.

 

Warum brauchst Du überhaupt einen Status als Experte?

Du kennst das ja aus eigener Erfahrung: Man geht immer lieber zum Experten, lieber zum Schmied als zum Schmiedl. Wenn Du Schmerzen in Deiner Hand hast, wirst Du eher zum Handchirurgen gehen als zum Wald-und-Wiesen-Doktor, wenn Dein Auto streikt, lieber in die Fachwerkstatt als zum Hobbybastler vom Hinterhof. Warum? Weil wir in Experten ein größeres Vertrauen haben, weil wir Ihnen zutrauen, dass sie unser Problem auf beste Weise lösen. Und weil wir dabei ein gutes Bauchgefühl haben.

Als Experte zu gelten, bringt eine Menge Vorteile, ganz egal was Du für einen Beruf ausübst. Du bist bekannter, verfügst über mehr Reputation, bist wertvoller in den Augen der Anderen, ziehst die richtigen Kunden an und kannst höhere Preise als die Nicht-Experten verlangen.

 

Ab wann bist Du eigentlich Experte?

Wahrscheinlich früher als Du denkst!

Ich habe für Dich hier mal eine Checkliste zusammengestellt, anhand derer Du Deinen Experten-Status prüfen kannst:

  • Du weißt zu Deinem Thema mehr mindestens drei Viertel Deiner Mitmenschen.
  • Du hast eine einschlägige Ausbildung oder langjährige Erfahrung in Deinem Themenbereich.
  • Du besitzt zumindest einen kleinen Kundenkreis oder eine feste Stammkundschaft, die Dein Angebot wahrnehmen.
  • Deine Kunden haben Dich bereits weitermpfohlen und Dir positives Feedback gegeben.
  • Deine Mitmenschen wissen genau, was Du machst bzw. für welches Thema Du stehst.
  • Du hältst Vorträge bzw. wirst angefragt, welche zu halten.
  • Du bist als Interviewpartner zu Deinem Thema gefragt.
  • Du warst schon mal in den Medien (Zeitung, Zeitschriften, Fernsehen, Radio)
  • Du hast bereits etwas veröffentlicht (Buch/E-Book, Broschüre etc.)
  • Du blogst regelmäßig interessante Artikel zu Deinem Thema, die auch geliked oder kommentiert werden.

Treffen drei der Aussagen auf Dich zu? Dann würde ich mal sagen, bist Du schon Experte oder auf dem besten Weg dazu!

Ach ja, das Wichtigst habe ich noch vergessen: Experte wird man nur, wenn man auch dazu steht, einer zu sein. Du musst von Dir selbst sagen: „Ich bin Experte für…“. Stell Dein Licht nicht unter den Scheffel, sonst ist es dunkel, und die Kunden werden Dich nicht finden.

Dazu ein kleines Beispiel:

Viele von Euch kennen wahrscheinlich den Autor Lothar Seiwert – den „Zeitmanagement-Papst“, den Experten für den entspannteren Umgang mit unserer Zeit in Alltag und Beruf. Er ist das beste Beispiel, dass sich ein Experte alias Papst auch mal selbst krönen kann. Denn die Bezeichnung „Zeitmanagement-Papst“ hat er sich selbst verliehen und so lange in Pressetexte gepackt, bis es alle geglaubt und selbstverständlich übernommen haben. Bitte nicht falsch verstehen: Es geht mir hier überhaupt nicht darum, das Expertentum von Herrn Seiwert in Frage zu stellen, ganz im Gegenteil. Ich will damit nur zeigen, wie hilfreich es sein kann, zum eigenen Expertentum zu stehen.

 

Was Expertentum mit Positionierung zu tun hat

Ein Experte ist nie ein Bauchladen-Händler, kein Verkäufer, der für alle und alles das ideale Produkt oder die passende Dienstleistung hat, jemand, den niemand in eine eindeutige Schublade stecken kann. Der für alles steht und damit für nichts.

Um als Experte wahrgenommen zu werden, musst Du genau wissen, was Du machst, wofür Du stehst, in welchen Punkten Du Dich von Deinen Mitbewerbern abhebst und warum die Menschen zu Dir kommen sollten. Nur wenn Du das weißt, kannst Du es auch anderen vermitteln.

Ein Beispiel:

Flyer Ausgeknirscht - Praxis Christa Meier

Eine Kundin von mir ist Heilpraktikerin für Psychotherapie. Als solches hat sie sich zwar auf das Feld Psychotherapie verlegt, aber hier ist ja sehr viel im Angebot, und vor allem die Konkurrenz ist riesig. Sie hat deshalb beschlossen, sich auf ein ganz bestimmtes Themengebiet zu spezialisieren: die Behandlung von Menschen, die mit den Zähnen knirschen und sich dadurch ihr Gebiss ruinieren. Dafür hat sie ein Programm entwickelt, das vor allem über mentale Techniken funtioniert und nach den Ursachen für die krankmachende Angewohnheit forscht. Das unterscheidet sie von Zahnärzten, die mit der Verordnung von Zahnschienen lediglich die Symptome bekämpfen. Jeder fünfte Deutsche knirscht laut Statistik mit den Zähnen. Lauter potenzielle Kunden, die bei ihr als Expertin gut aufgehoben sind.

Überlege auf welches Gebiet, welche Technik, welche Kunden, welche Branche Du Dich verlegen könntest, um darin Experte zu werden. Du wirst dadurch – anders als Du vielleicht befürchtest – nicht weniger, sondern mehr Kunden gewinnen.

 

 

Was Expertentum mit Persönlichkeit zu tun hat

Sich profilieren heißt in erster Linie: sein Profil zeigen. Und damit ist gemeint, die eigene Persönlichkeit erkennbar zu machen. Unsere Dienstleistungen oder Produkte sind in der Regel austauschbar, unsere Persönlichkeit hingegen ist immer einzigartig. Nutze diese Tatsache.

Einstein ist nicht nur eine genialer Physiker mit Schwerpunkt Relativitätstheorie, Alice Schwarzer eine Expertin in Sachen Feminismus, Udo Walz ein Experte für Frisuren. Sie alle sind Persönlichkeiten mit ganz eigenen Charakterzügen, mit Ecken und Kanten. Ihre Persönlichkeit fließt in ihr Expertentum ein.

Genauso ist es bei Dir. Deine Kunden kommen zu Dir, weil Du bist wie Du bist. Damit hebst Du Dich immer von Deinen Mitbewerbern ab. Auch als Experte.

Überlege Dir deshalb, welche besonderen persönlichen Stärken Du hast, was Dir wichtig ist, welche Erfahrungen Dich geprägt haben, was Dich motiviert, das zu tun, was Du machst. Zeige Deine Menschlichkeit, auch indem Du zu Deinen Schwächen stehst. Das macht Dich sympathisch. Ein komplett unsympathischer Experte wird sich in puncto Kunden umsonst abmühen.

 

Experten brauchen die Öffentlichkeit

Ein Experte wird man nur, wenn einen die Anderen dafür halten.

Das können sie nur, wenn sie überhaupt von Deiner Kompetenz erfahren. Sprich: Du musst kommunizieren. Ein Experte im stillen Kämmerlein, der darauf wartet entdeckt zu werden, ist zu nichts nutze. Auch ein einmaliger Schrei wird wenig bewirken.

Nur wer kontinuierlich kommuniziert, wird als Experte wahrgenommen und kann so erfolgreich Kunden gewinnen.

Möglichkeiten, wie Du Deinen Experten-Status publik machen kannst:

  • Demonstriere auf Deiner Website, dass Du ein Experte bist, durch inhaltliche Relevanz, durch Referenzen und Kundenstimmen, durch FAQs, Infos zum Download etc.
  • Betreibe einen Newsletter oder Blog, in dem Du zu Deinem Thema berichtest (und nur zu dem!)
  • Nutze alle Social-Media-Kanäle, um Deine Inhalte zu verbreiten (Xing, Facebook, Twitter etc.). Auch hier gilt: Bleib unbedingt bei Deinem Thema und zeige Persönlichkeit.
  • Schreibe Gastbeiträge in anderen Blogs.
  • Drehe Videos oder nimm Postcasts auf und verbreite sie.
  • Verfasse Presseartikel und biete Dich als Interviewpartner zu Deinem Thema an.
  • Halte Vorträge zu Deinem Fachgebiet, z. B. bei Netzwerkveranstaltungen, auf Kongressen oder Messen.

Trau Dich, Du musst nicht perfekt sein, Du musst nicht der tollste Schreiber, beste Redner oder sonst was sein. Sei Du selbst und stehe dazu, was Du bist oder werden wirst: ein Experte.

 

Du möchtest gerne Experte werden, brauchst dazu aber Unterstützung? Dann nimm mit mir Kontakt auf.

 


Wer bloggt hier?

Ursula Paulick - Markencoach, Grafikdesignerin, Texterin

Ursula Paulick

Markenbildnerin

Ich unterstütze Unternehmer(innen) dabei, ein einzigartiges Profil zu entwickeln, mit dem sie sich vom Wettbewerb klar abheben. Sie erfahren von mir, wie sie mit einem unverwechselbaren Premium-Angebot eine Nische schaffen und genau die Kunden anziehen, die sie auch wirklich anziehen möchten – und zwar ohne lästige Kaltakquise und ohne marktschreierische Werbung. Sie wissen, was sie tun müssen, um hohe Preise zu erzielen und ihr Unternehmen nach vorne zu bringen.

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